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Projekte

Bodenschätzung digital

Projektvorstellung

Bodenschätzung digital: Bodeninformationen online bereitstellen


Ziel des Projekts ist die übergreifende Nutzbarmachung eines landesweiten Datenbestands über die Beschaffenheit und Ertragsfähigkeit des landwirtschaftlich genutzten Bodens in Baden-Württemberg. Das gemeinsame Projekt von Vermessungs-, Finanz- und Umweltverwaltung schafft die Voraussetzungen für einen erstmals durchgängig digitalen Workflow von der digitalen Erhebung im Feld über die qualitätsgesicherte Führung bis hin zur breiten Nutzung der Bodenschätzungsdaten. Das Projekt besteht aus drei aufeinander aufbauenden Projektteilen: 
Im ersten Teil sollen durch die Vermessungsverwaltung die bei den Finanzämtern analog vorliegenden Schätzungskarten landesweit flächendeckend für das Liegenschaftskataster digitalisiert und standardisierte Webdienste für die Bereitstellung der Daten für weitere Nutzerkreise aufgebaut werden. Das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung übernimmt insoweit zentrale Aufgaben. 
Im zweiten Projektteil sollen im Bereich der Oberfinanzdirektion Karlsruhe die bei den Finanzämtern analog vorliegenden Schätzungsbücher landesweit flächendeckend digitalisiert und darüber hinaus mobile Applikationen zur Erfassung der laufenden Nachschätzungen entwickelt und die Ausstattung beschafft werden, um die Nachschätzungen im Felde bereits in digitaler Form durchzuführen und über Schnittstellen an die Vermessungsverwaltung zur Übernahme in das Liegenschaftskataster übergeben zu können.
Im dritten Projektteil sollen die Bodenschätzungsdaten von Finanz- und Vermessungsverwaltung durch das RP Freiburg – Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau – zusammengeführt, qualitätsgeprüft und über zu entwickelnde fachwissenschaftliche Methoden in teilautomatisierten Prozessen als Bodenfachkarten aufbereitet und über Webdienste für weitere Nutzerkreise bereitgestellt werden.
 

Möglichkeiten

Die Ergebnisse der Bodenschätzung stellen die einzige räumlich hoch aufgelöste, bundeseinheitlich über Jahrzehnte durchgeführte Bodenkartierung dar. Diese sind die wesentliche Grundlage für die Besteuerung von landwirtschaftlich genutztem Grund und Boden und zugleich Beitrag für eine umfassende amtliche Liegenschaftsdokumentation, die für Planung, Grundstücksverkehr und in Forst- und Landwirtschaft von grundlegender Bedeutung ist. 
Bodeninformationen aus der Bodenschätzung sind dabei eine unverzichtbare Basis für den nachhaltigen Bodenschutz. Durch unser Projekt lassen sich hochwertige Bodenfachdaten erzeugen und als Open Data über das Internet in Form eines Bodeninformationssystems bereitstellen. So können diese von öffentlichen oder privaten Planungs- oder Maßnahmenträgern für raumwirksame Planungen verwendet werden.
Für die Bevölkerung entsteht durch den Zugriff auf diese Daten die notwendige Transparenz, um zusammen mit der Verwaltung Planungsalternativen in einem partizipativen Beteiligungsprozess diskutieren zu können.
In der Landwirtschaft können Hersteller von Hightech-Geräten innovative Lösungen entwickeln und landwirtschaftliche Betriebe können die Ausbringung von Produktionsmitteln von der lokalen Bodenbeschaffenheit abhängig machen.

Chancen durch Digitalisierung

  • Der Datenbestand der Bodenschätzung soll auf der Basis moderner Applikations- und Webtechnologien kontextbezogen für vielfältige Nutzungszwecke „auf Knopfdruck“ verfügbar gemacht werden.
  • Entscheidende Vorteile entstehen durch Vernetzung der Bodenschätzungsdaten mit weiteren Daten für Besteuerung, Planung, Grundstücksverkehr, Bodenschutz und Landwirtschaft.
  • Durch die prozessorientierten Arbeitsabläufe ohne Medienbrüche über drei Fachverwaltungen hinweg kann der Aufwand reduziert und der Nutzen nachhaltig gesteigert werden.
  • Durch innovative Auswertungsmöglichkeiten der hochaufgelösten Bodenschätzungsdaten als Teil einer Geodatenbasis Baden-Württembergs (Big Data) entstehen Mehrwerte, die als Open Data zur freien Verfügung gestellt und in digitalen Produkten weiter veredelt werden können.

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