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Projekte

Internetbasierte Psychotherapie

Projektvorstellung

Internetbasierte Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen mit Zwangsstörungen


Unabhängig von ihrem Wohnort in Baden-Württemberg erhalten Betroffene im Alter von 6 – 18 Jahren im Rahmen dieses Projekts die Möglichkeit, mit der Methode der ersten Wahl (Kognitive Verhaltenstherapie) behandelt zu werden. Geplant sind 14 wöchentlich stattfindende Therapiesitzungen. 13 hiervon werden in Form von Videokonferenzen erfolgen. Hierfür erhalten die Patientinnen und Patienten vorkonfigurierte Tablets. Zusätzlich bekommt jede Familie ein Smartphone und ein Physiologie-Armband gestellt. Auf dem Smartphone befindet sich eine speziell entwickelte App. Diese dient im Sinne eines Therapietagebuchs u. a. dazu, die von den Patienten und den Angehörigen berichtete Symptomausprägung zu erfassen. Diese klinischen Daten werden ergänzt durch physiologische Daten (Herzfrequenz, Hautleitfähigkeit), die mit Hilfe des Armbands erfasst und über die App an den Therapeuten übermittelt werden. Grundlage für dieses Projekt ist eine erfolgreich in unserem Haus durchgeführte Machbarkeitsstudie.

Möglichkeiten

Die internetbasierte Kognitive Verhaltenstherapie (iCBT) ermöglicht einen ortsunabhängigen Zugang zu spezialisierter Therapie. Dadurch werden Transportwege vermieden. Auch die bei Kindern und Jugendlichen häufig bestehende Angst vor Stigmatisierung durch das Aufsuchen einer psychiatrischen/psychotherapeutischen Einrichtung kann durch das Projekt minimiert werden und fördert die Inanspruchnahme von Therapien. Eine Grundlage für die Verbesserung des Therapieprozesses stellt die Sammlung der differenzierten Daten zu Symptomen, Stressniveau des Patienten und Therapieübungen mit Hilfe der App und des Armbands dar. Der Therapeut kann hierdurch erheblich fokussierter auf aktuelle Problemstellungen eingehen und den Schwierigkeitsgrad der Übungen besser anpassen. Am Bildschirm kann der Therapeut den Patienten zudem ohne zeitlichen Mehraufwand bei Übungen in symptomauslösenden Situationen zu Hause begleiten. Im Idealfall führt dies zu einer häufigeren Durchführung, was die Wirksamkeit der Therapie noch einmal steigern könnte. Für den Therapieerfolg ebenfalls wichtig ist die therapeutische Einbeziehung von Angehörigen. Diese wird durch iCBT erheblich erleichtert.

Ziele

  • Ziel des Projektes ist die Weiterentwicklung und Evaluation einer internetbasierten kognitiven Verhaltenstherapie (iCBT) für Kinder und Jugendliche mit Zwangsstörungen.
  • Durch iCBT sollen betroffene Kinder und Jugendliche in Baden-Württemberg auch in Regionen mit erschwerten Zugängen zu spezialisierter Therapie eine niederschwellige und ortsunabhängige state-of-the-art Behandlung erhalten können.
  • Darüber hinaus erscheint die Anwendung von iCBT bei weiteren kinder- und jugendpsychiatrischen Krankheitsbildern wie z. B. Angststörungen grundsätzlich möglich zu sein.
  • Hierauf optimal angepasste iCBT-Behandlungsprozesse zu entwickeln kann ein mittelfristiges Ziel darstellen.

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