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Kognitive Systeme

Projektvorstellung 

Kognitive Systeme


Das Projekt „Kognitive Systeme“ befasst sich mit hochentwickelten Softwareanwendungen, die mit künstlichen neuronalen Netzen, der Verarbeitung natürlicher Sprache und maschinellem Lernen völlig neue Einsatzgebiete im Justizumfeld ermöglichen. Nachdem in den vergangenen Jahrhunderten im Zuge der Industrialisierung die Automatisierung von körperlicher Arbeit weiterentwickelt wurde, ist mit diesen Anwendungen erstmals eine Automatisierung geistiger Arbeit möglich. Kognitive Systeme und künstliche Intelligenz haben das Potenzial, unsere Gesellschaft grundlegend zu verändern. Was noch vor wenigen Jahren außerhalb der Vorstellungskraft war, ist heute bereits Realität – man denke nur an Sprachassistenten im Haushalt oder autonom fahrende Autos. Ziel ist die Durchführung von Pilotvorhaben mit diesen Technologien in unterschiedlichen Einsatzbereichen. Im Mittelpunkt steht die Unterstützung der Gerichte und Staatsanwaltschaften im Vorfeld der Entscheidungsfindung. 

Möglichkeiten

Durch die breite Spanne an Einsatzgebieten von kognitiven Systemen gibt es eine ebenso breite Palette an Vorteilen, welche deren Einsatz bieten kann. Die Fähigkeit, natürliche Sprache verarbeiten zu können, erlaubt es, Verfahren schneller zum Abschluss zu bringen: Werkzeuge zur Strukturierung und Aufbereitung umfangreicher Datenbestände unterstützen die Richterinnen und Richter sowie die Staatsanwältinnen und Staatsanwälte dabei, umfangreiche oder digitale Lebenssachverhalte schnell und zuverlässig durchdringen und entscheiden zu können.

Ein weiteres Einsatzgebiet sind maschinelle neuronale Übersetzungen, die es erlauben, fremdsprachige Texte ohne eigene Sprachkenntnisse sofort erfassen zu können und im Bedarfsfalle einstweiligen Rechtsschutz zu gewähren. Zudem wird in einer digitalen Gesellschaft der Einsatz kognitiver Systeme zwingend notwendig werden, wenn sich die Justiz mit einer zunehmenden Flut an Daten – wie beispielsweise aus der Sensorik schon heute teilautomatisierter Fahrzeuge – in immer größerem Maße auseinandersetzen muss.

Ziele

  • Durch das Projekt soll sichergestellt werden, dass neue Anwendungsgebiete im Bereich der kognitiven Systeme zügig erprobt und in der Justiz umgesetzt werden können. Die Justiz soll den Einsatz dieser Technologie aktiv und federführend begleiten, um der digitalen Lebenswirklichkeit der Bürgerinnen und Bürger angemessen begegnen zu können und ausreichend Expertise in diesem Zukunftsfeld aufzubauen, das künftig sicher auch Gegenstand justizieller Entscheidungen sein wird.
  • Die fortschreitende Digitalisierung führt zu einer Flut an Daten, die künftig von Menschen allein nur noch mit großem Aufwand zu beherrschen sein wird. Durch den Einsatz kognitiver Systeme wird sichergestellt, dem Justizgewährungsanspruch auch in der digitalen Gesellschaft gerecht zu werden.
  • Mit digitaler Unterstützung werden Ressourcen frei, die im Kernbereich der justiziellen Tätigkeit, der Entscheidungsfindung in Bezug auf Lebenssachverhalte, eingesetzt werden können. Hierdurch sollen kürzere Verfahrenslaufzeiten und ein umfangreicherer persönlicher Kontakt mit den Rechtschutzsuchenden ermöglicht werden.