Mobilfunk - Die Grundlagen

Mobilfunk - Die Grundlagen

Der Mobilfunk ist mittlerweile aus unserer aller Leben nicht mehr wegzudenken. Ganz gleich, ob im privaten und beruflichen Kontext, im ländlichen oder urbanen Raum – schnelles und überall verfügbares Internet ist essentiell für die Herstellung der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse.

Vernetzt dank 5G

Vernetzt dank 5G-Technologie!

Entwicklung Mobilfunk

© Jahresbericht BNetzA 2021

Entwicklung Mobilfunk

Immer mehr Menschen nutzen Smartphones oder auch Tablets und Laptops mit SIM-Karten für Musik- und Video-Streaming, soziale Netzwerke, Navigation, Telefonie oder mobiles Internet. Die Nutzung mobiler Datendienste hat in den letzten zehn Jahren in Deutschland um mehr als das 80-fache zugenommen. Im Jahr 2021 betrug das mobile Datenvolumen 5.457 Mio. GB – Tendenz weiter steigend (gegenüber 2020 betrug der Zuwachs 37 Prozent).

Gleichzeitig waren zum Ende 2021 nach Erhebungen der Bundesnetzagentur 106,4 Mio. SIM-Karten in Deutschland aktiv (davon entfielen 45,6 Mio. auf die Datenkommunikation zwischen Maschinen).

Mittlerweile wird über die Mobilfunknetze deutlich mehr telefoniert als über das Festnetz. So wurden 2021 über 163 Mrd. abgehende Gesprächsminuten gemessen. Im Festnetz dagegen „nur“ 102 Mrd. Minuten.

Der rasant wachsende Bedarf kann in den nächsten Jahren nur durch flächendeckende und leistungsfähige Mobilfunknetze gedeckt werden.

Wie viel Bandbreite liefert welcher Mobilfunkstandard?

© die wegmeister gmbh

Wie viel Bandbreite liefert welcher Mobilfunkstandard?

In der Theorie sind bereits mit der vierten Mobilfunkgeneration 4G hohe Bandbreiten möglich. Allerdings hängt die tatsächliche mobil verfügbare Bandbreite von verschiedenen Faktoren ab, wie z. B. die Anzahl der aktiven Nutzer in einem Versorgungsbereich. In der Praxis kann man von etwa bis zu 150 MBit/s ausgehen. Mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G können Daten mit einer 20-fach höheren Geschwindigkeit übertragen werden als mit 4G.

Wie viel Bandbreite für unterwegs?

© Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg

Wie viel Bandbreite für unterwegs?

Kurz und knapp: Hat man Empfang und befindet man sich in einem 4G-Netz, reicht die Bandbreite für den alltäglichen privaten Mobilfunk-Bedarf.

 

Übrigens: Telefon- und Videokonferenzdienste benötigen grundsätzlich folgende Bandbreiten.

Einsatzmöglichkeit Mindesanforderung (Down- / Upload) HD-Anforderung (Down- / Upload)
einfacher Anruf 30 KBit/s / 30 KBit/s 100 KBit/s / 100 KBit/s
Videoanrufe / Bildschirmübertragung 128 KBit/s / 128 KBit/s 300 KBit/s / 300 KBit/s
Gruppenvideo mit als 7 Personen 4 MBit/s / 128 KBit/s 8 MBit/s / 512 KBit/s

Fakten

Fakten

01

Zuständigkeit Mobilfunkausbau

Seitdem im Jahr 1998 der Telekommunikationssektor in Deutschland liberalisiert wurde, liegt die Verantwortung für das Telekommunikationswesen und damit auch für den Ausbau der Mobilfunknetze in den Händen der privaten Mobilfunknetzbetreiber. Bis Anfang 2019 waren dies in Deutschland die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica. Bei der Versteigerung der 5G-Frequenzen, die im Juni 2019 abgeschlossen wurde, kam mit 1&1 Drillisch ein vierter Netzbetreiber hinzu.

 

02

Versorgungsauflagen

In Deutschland werden Mobilfunkfrequenzen von der Bundesnetzagentur (BNetzA) vergeben. Mit der Nutzung der Frequenzen sind umfangreiche Versorgungsauflagen verbunden, die die Mobilfunkunternehmen erfüllen müssen.

Um die Mobilfunkversorgung in Deutschland weiter zu verbessern, war die letzte Frequenzvergabe im Jahr 2019 mit folgenden Auflagen an die Mobilfunknetzbetreiber geknüpft:

Bis Ende 2022 Bis Ende 2024
98 Prozent der Haushalte je Bundesland mit mindestens 100 MBit/s Alle übrigen Bundesstraßen mit mind. 100 Mbit/s
Bundesautobahnen mit mind. 100 MBit/s Alle Landes- und Staatsstraßen mit mind. 50 Mbit/s
wichtigste Bundesstraßen mit mind. 100 MBit/s alle übrigen Schienenwege mit mind. 50 Mbit/s
Schienenwege mit mehr als 2.000 Fahrgästen pro Tag mit mind. 100 MBit/s Seehäfen und Wasserstraßen mit mind. 50 Mbit/s
Errichtung von 1.000 5G-Basisstationen  
Errichtung von 500 Basisstationen mit mind. 100 Mbit/s in weißen Flecken  

 

Die Einhaltung dieser Versorgungsauflagen wird von der Bundesnetzagentur überprüft.

03

Aktuelle Darstellung der Versorgung

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Mobilfunknetzabdeckung in Baden-Württemberg bezogen auf die Fläche und nach Technologie durch mindestens einen Netzbetreiber (mobile network operator, MNO). Außerdem sind Angaben zu „weißen Flecken“ (weder mit 3G, noch mit 4G versorgte Flächen) und „grauen Flecken“ (von genau einem Netzbetreiber mit 4G versorgte Flächen) enthalten.

 

4G 5G DSS* 5G Graue Flecken** Weiße Flecken***
94,32 % 48,07 % 12,03 % 9,54 % 5,62 %

Quelle: BNetzA (Stand: Januar 2022)

* 5G DSS - Nutzung der bestehenden 4G-Infrastruktur für 5G.

** Gebiete, in denen eine 4G-Versorgung durch nur einen MNO besteht.

*** Gebiete, in denen keine Versorgung mit einer mobilen Sprach- und breitbandigen Datenübertragung (3G oder besser) durch mindestens einen MNO besteht.

 

Die interaktive Mobilfunk-Monitoring-Karte der Bundesnetzagentur stellt die von den MNO übermittelten Informationen über die Mobilfunk-Netzabdeckung mit den Mobilfunkstandards 2G, 3G und 4G dar.

Auch der Ausbau der 5G-Netze schreitet in Baden-Württemberg kontinuierlich voran. Prozentuale Zahlen zur 5G-Versorgung in Baden-Württemberg liegen gegenwärtig keine vor. Der aktuelle Stand der Mobilfunkabdeckung mit 5G kann anhand der im Internet öffentlich zugänglichen Karten der jeweiligen MNO abgerufen werden. Da der Netzausbau kontinuierlich erfolgt, bilden diese Karten nur die Versorgungssituation zu einem bestimmten Zeitpunkt ab. Diese Netzabdeckungskarten sind auf folgenden Internetseiten dokumentiert:

04

Warum ist die Versorgung stellenweise unzureichend?

Die Gründe dafür, weshalb die Mobilfunkversorgung in Baden-Württemberg nach wie vor Lücken aufweist, sind vielfältig. Die anspruchsvolle Topographie (Berge und Anhöhen, tiefe Täler, hoher Waldanteil) macht den Mobilfunkausbau in Baden-Württemberg häufig teurer als in anderen Bundesländern. Darüber hinaus gibt es in Baden-Württemberg lokale Widerstände gegen die Errichtung von Mobilfunkmasten, so dass die Unternehmen nur mit Verzögerungen geeignete Standorte für neue Mobilfunksendeanlagen finden können. In extremen Fällen kann auch gar kein neuer Standort bereitgestellt werden. Aus diesen Gründen gibt es derzeit noch nicht oder zumindest nicht von allen Netzbetreibern versorgte Gebiete in Baden-Württemberg.

Verbindungsabbrüche sind neben einem unzureichenden Mobilfunknetz („Funkloch“1) u. a. auch auf folgende Gründe zurückzuführen:

  • eine zu geringe Netzkapazität wegen der örtlichen Kundennachfrage zu ganz bestimmten Spitzenzeiten (z. B. an bestimmten Stellen im Stadtverkehr, in der Silvesternacht, in Fußballstadien),
  • keine In-House-Versorgung (z. B. wegen sehr dicker Wände oder beschichteter Fensterscheiben, in Kellerräumen),
  • keine oder mangelhafte Versorgung von Fahrzeugen (bedampfte Scheiben in Pkw, Bus, Eisenbahn),
  • sehr hohe Geschwindigkeit („Hand-over“-Problem auf der Autobahn oder in Zügen beim Übergang von einer Mobilfunkzelle in die nächste Mobilfunkzelle),
  • der Kunde hat einen Provider gewählt, dessen Netz im Umkreis nicht verfügbar ist,
  • hardware- oder softwareseitige Leistungsgrenzen des Mobiltelefons (eingeschränkte Verbindungsqualität bis hin zum Abbruch der Verbindung).

05

Mobilfunkförderprogramm des Bundes

Zur Schließung von sog. „weißen Flecken“2 hat der Bund zusätzlich ein Mobilfunkförderprogramm aufgelegt, das zentraler Bestandteil der am 18. November 2019 von der Bundesregierung beschlossenen Mobilfunkstrategie ist. Das Mobilfunkförderprogramm des Bundes, für das die EU-Kommission am 25. Mai 2021 grünes Licht gegeben hat, hat ein Gesamtvolumen von 1,1 Milliarden Euro und ist ausgelegt für die Errichtung von bis zu 5.000 Mobilfunkmasten in „weißen Flecken“, wo keine Ausbauverpflichtungen durch die Mobilfunknetzbetreiber vorliegen und ein eigenwirtschaftlicher Ausbau nicht erfolgt. Ergänzend zu dem privatwirtschaftlichen Ausbau und den Ausbauverpflichtungen soll so eine flächendeckende Versorgung mit mobilen Breitbanddiensten realisiert werden.

Mit der Umsetzung dieses Förderprogramms hat die Bundesregierung die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft (MIG) beauftragt. Die MIG hat im April 2021 ihre operative Arbeit aufgenommen und bereits erste Markterkundungsverfahren – auch in Baden-Württemberg – durchgeführt.

 

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  1. Funkloch: Gebiete, in denen keine Versorgung unabhängig von der Technologie (2G, 3G, 4G oder 5G) durch einen der vier Mobilfunknetzbetreiber besteht.
  2. Weißer Fleck: Gebiete, in denen keine Versorgung mit einer mobilen Sprach- und mobilen und breitbandigen Datenübertragung (3G oder besser) durch mindestens einen Mobilfunknetzbetreiber besteht.

Was sagt die Landesregierung zum Mobilfunkausbau? Gemeinsam reden ist der Schlüssel!

© die wegmeister / Adobe Stock

Was sagt die Landesregierung zum Mobilfunkausbau? Gemeinsam reden ist der Schlüssel!

Leistungsfähiges Internet und eine funktionierende Mobilfunkversorgung – die Corona Pandemie zeigt uns, wie wichtig und notwendig eine zeitgemäße, digitale Infrastruktur für unser wirtschaftliches und gesellschaftliches Leben in Baden-Württemberg ist. Neue digitale Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Telemedizin, der intelligenten Vernetzung von Verkehrsträgern oder in der Produktion werden dafür sorgen, dass das übertragene Datenvolumen künftig weiter rasant steigen wird. Die fortschreitende Digitalisierung bietet große Chancen für unsere wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit. Mit einem bedarfsgerechten Ausbau der leitungsgebundenen und mobilen Breitbandnetze wird es möglich, dass wir die Potenziale tatsächlich nutzen können. Den Ärger um Funklöcher und langsames Internet wollen wir hinter uns lassen. Es bedarf eines flächendeckenden und hochleistungsfähigen Mobilfunknetzes, um international wettbewerbsfähig zu bleiben, die Zukunftsfähigkeit unserer Städte und Gemeinden zu sichern und unser Zusammenleben zu gestalten.

 

Der dazu erforderliche Ausbau des Mobilfunknetzes stößt immer wieder auf Schwierigkeiten und Vorbehalte. Die Gründe sind vielfältig. Die Suche nach geeigneten Standorten für Sendemasten benötigt viel Zeit. Genehmigungsverfahren kommen nur schleppend voran. Teile der Bevölkerung stellen sich die Frage, welche Auswirkungen Mobilfunk auf Mensch und Umwelt haben. Wir nehmen diese Sorgen ernst. In einigen Kommunen unseres Landes werden die Auseinandersetzungen um den Mobilfunkausbau kontrovers geführt. Wichtig ist: Der Ausbau des Mobilfunknetzes und die Einführung des neuen, deutlich leistungsfähigeren Mobilfunkstandards 5G kann nur gelingen, wenn wir die Themen sachlich erörtern und gemeinsam nach Lösungen suchen.

Mit der Information- und Kommunikationsinitiative „Mobilfunk und 5G“ haben wir uns zum Ziel gesetzt, sachlich fundierte und einfach verständliche Informationen zum Mobilfunkausbau und 5G in Baden-Württemberg zur Verfügung zu stellen. Durch die Bereitstellung verschiedener Angebote wollen wir nicht nur Bürgerinnen und Bürger informieren, sondern auch Städte und Kommunen unterstützen, um Diskussionen um den Mobilfunkausbau und 5G vor Ort möglichst konstruktiv führen zu können.

Wir laden Sie ein, nutzen Sie unser Angebot, welches wir ständig erweitern. Wir freuen uns auch über Ihre Anregungen und Hinweise per E-Mail an:

Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg

Referat Digitale Infrastruktur

  • MOBILFUNK-BW@im.bwl.de