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13.07.2018

DIGITALE HILFE
BEI HERZINFARKT

Ein Herzinfarkt muss schnell behandelt werden, doch die rechtzeitige Erkenntnis ist schwierig. Ein Algorithmus beschleunigt das Verfahren – und könnte Leben retten.

Hat eine Maschine gelernt, wie ein bestimmtes Problem zu erkennen oder zu lösen ist, kann sie die Lösungsschritte beliebig oft ohne Ermüdungserscheinungen wiederholen. Genau aus diesem Grund hat computergestützte Medizin ein riesiges Potential. 

Nils Strodthoff vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut in Berlin und Claas Strodthoff vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel haben in dieser Richtung einen weiteren Meilenstein erreicht: Sie entwickelten ein neuronales Netz, das Anzeichen für einen Herzinfarkt erkennen kann – und das erstmals so gut wie menschliche Kardiologen.

Drohende Herzinfarkte lassen sich mithilfe von Elektrokardiogrammen erkennen. Hierbei werden die Signale von zwölf unterschiedlichen Elektroden, die sich an unterschiedlichen Körperstellen des Patienten befinden, ausgewertet. Bei einer Herzinfarkt-Diagnose sind jedoch einige Elektrodensignale hilfreicher als andere. Insbesondere in Notfallsituationen und einem hektischen Umfeld kann es zudem zu Rauschen und Datenfehlern kommen, die Diagnosen erschweren. 

Dieses Problem könnte schon bald der Vergangenheit angehören: Das neue System nutzt nun eine Datenbank mit 148 EKG-Protokollen von Patienten mit Herzinfarkt und 52 gesunden Kontrollpersonen. Diese Daten dienen dem Netzwerk als Lernvorlage und Basis für weitere Diagnosen. 

Die neue Technologie könnte in Zukunft als lebensrettendes Instrument für schnelle Hilfe im Notfall sorgen und die Herzinfarkt-Diagnostik um ein Vielfaches weiterentwickeln.